Freundinnen-Briefe

„Wort des Monats“

Freundinnen-Briefe

Das „Wort des Monats“ – für dich

An dieser Stelle erscheint – mehr oder weniger regelmäßig – monatlich der Freundinnen-Brief. Von Pastoren-Ehefrauen für Pastoren-Ehefrauen. 
 


Juni 2018

Von Heidrun M'Butu

Durchblick


Hallo liebe Mitstreiterinnen,

Heute habe ich ein Fenster geöffnet und musste zu meinem Schrecken feststellen, dass es ziemlich verschmutzt ist. Da ein Fliegengitter vor dem Fenster angebracht ist, dachte ich immer, die Aussicht ist wegen des Fliegengitters nicht ganz klar. Mein erster Gedanke war: Schnell Rolladen runter, damit ich den Schmutz nicht sehe. 2. Gedanke: Was passiert, wenn Besuch kommt und die Fenster sind nicht sauber! 3. Gedanke: Ich habe doch erst Fenster geputzt, muss ich schon wieder ran? Es folgten noch mehr ähnliche Gedanken. 

Im Laufe des Tages fiel mir immer wieder das Fenster ein. Ich war unterwegs und meine Gedanken wandten sich in Richtung meines Glaubens. 

Was glaube ich? In meinem Fall: Ich sehe wegen des Fliegengitters nicht klar. Ich habe das nicht überprüft oder versucht zu verbessern. Ich habe mich eher über das Fliegengitter, das mich vor unerwünschtem Getier schützen soll, geärgert. Dabei lag das Problem woanders. 

Der Blütenstaub, mit dem Regen vermischt, hat das Muster des Fliegengitters aufs Fenster gemalt. Dadurch wurde meine Sicht im doppelten Maß getrübt – und ich habe es gar nicht bemerkt. 

Wie sieht es bei uns aus? Haben Verletzungen, gewisse Ansprüche, eigenes Versagen unser inneres Fenster verschmutzt? Nehmen wir es hin, dass wir nicht mehr klar sehen? Machen wir unsere inneren Rolläden zu, lassen niemanden an uns ran, damit nicht offenbart wird, welche Probleme wir haben? Sind wir authentisch, oder versuchen wir unsere Mängel zu verbergen? 

Die Lösung meines Problems hieß: Wasser, Essig und Tuch – und innerhalb von ein paar Minuten erstrahlte das Fenster in neuem Glanz und die Aussicht war wunderschön und klar. Das Fliegengitter ist nach wie vor da, es schützt mich vor Ungeziefer.  

Wenn wir in Situationen sind, wo uns der Durchblick fehlt, dürfen wir zu unserem Herrn Jesus Christus gehen und ihn bitten, dass er uns vergibt, wo wir unaufmerksam waren. Das Gebet und das Wort Gottes helfen uns bei der Grundreinigung. Sie verändern unser Denken, schärfen unsere Wahrnehmung, öffnen unsere Augen und geben uns eine klare Sicht. Gottes Geist wird unserem Geist Dinge offenbaren, die wir mit unseren natürlichen Sinnen gar nicht erkennen können.

Ich wünsche dir einen klaren Blick. 

Heidrun